Berlins Schulen haben jetzt schnelles Internet

Schulkinder arbeiten an Schulzeitung.
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Alle öffentlichen Schulen in Berlin verfügen inzwischen über einen Breitbandanschluss mit einer Geschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde. Damit ist ein wesentliches Ziel der Digitalisierungsstrategie „Schule in der digitalen Welt“ erreicht. Das geht aus dem jährlichen Umsetzungsbericht hervor, den der Berliner Senat am 1. September 2026 zur Kenntnis genommen hat. Für Schülerinnen und Schüler, pädagogische Beschäftigte und Familien ist der flächendeckende Anschluss ein wichtiger Fortschritt. Ob digitales Lernen im Schulalltag tatsächlich zuverlässig funktioniert, hängt allerdings nicht allein von der Leitung bis zum Schulgebäude ab.

Ein Gigabit pro Sekunde an jeder öffentlichen Schule

Der Ausbau der Breitbandanschlüsse schafft zunächst die technische Voraussetzung dafür, dass Schulen digitale Lernplattformen, Bildungsmedien, Videokonferenzen und cloudbasierte Anwendungen nutzen können. Ein Anschluss mit einem Gigabit pro Sekunde bietet grundsätzlich ausreichend Kapazität, damit viele Menschen gleichzeitig auf digitale Dienste zugreifen können.

Für Berlin ist die vollständige Anbindung besonders relevant. Das öffentliche Schulsystem umfasst eine große Zahl unterschiedlich ausgestatteter Standorte – von historischen Schulgebäuden in der Innenstadt bis zu weitläufigen Anlagen in den Außenbezirken. Eine leistungsfähige Internetverbindung an sämtlichen öffentlichen Schulen verringert zumindest bei der externen Anbindung Unterschiede zwischen Bezirken und einzelnen Standorten.

Der Gigabitanschluss bis zum Gebäude sagt jedoch noch nicht automatisch aus, wie schnell und stabil das Internet in jedem Klassenraum ist. Dafür sind zusätzlich eine leistungsfähige hausinterne Verkabelung, ausreichend WLAN-Zugangspunkte, aktuelle Netzwerkkomponenten und eine laufende technische Betreuung erforderlich. Auch die Zahl der gleichzeitig angemeldeten Geräte kann die tatsächlich verfügbare Geschwindigkeit beeinflussen. Der erreichte Ausbau ist deshalb ein wichtiger Meilenstein, aber noch nicht mit einer durchgehend funktionierenden digitalen Lernumgebung gleichzusetzen.

Berliner Schulportal bündelt digitale Angebote

Als zentraler Zugang zu digitalen Angeboten hat sich nach Angaben der Bildungsverwaltung das Berliner Schulportal etabliert. Rund 169.000 Menschen nutzen die Plattform. Mit einer Anmeldung erhalten sie Zugriff auf digitale Werkzeuge, Bildungsmedien, Verwaltungsverfahren und Serviceangebote. Zum Angebot gehören inzwischen auch Anwendungen auf Grundlage Künstlicher Intelligenz.

Ein gemeinsamer Zugang kann den Schulalltag vereinfachen, weil Lehrkräfte und weitere Beschäftigte nicht für jeden Dienst eigene Benutzerkonten verwalten müssen. Zugleich lassen sich landesweit verfügbare Anwendungen zentral bereitstellen und aktualisieren. Das ist besonders für Schulen von Bedeutung, die nicht über eigene IT-Fachkräfte verfügen.

Für die Nutzenden bleiben Zuverlässigkeit, Bedienbarkeit, Barrierefreiheit und Datenschutz entscheidend. Ein zentrales Portal kann Abläufe nur dann erleichtern, wenn Anmeldungen stabil funktionieren, Anwendungen miteinander vereinbar sind und bei technischen Problemen zeitnah Unterstützung verfügbar ist. Mit der wachsenden Zahl digitaler Dienste steigen außerdem die Anforderungen an IT-Sicherheit und den Schutz personenbezogener Daten von Kindern, Jugendlichen und Beschäftigten.

Fortbildungen zu Digitalisierung und KI

Technische Ausstattung allein verändert Unterricht noch nicht. Im Schuljahr 2025/2026 wurden deshalb 684 Fortbildungsveranstaltungen mit dem Schwerpunkt „Bildung in der digitalen Welt“ angeboten. Nach Angaben des Senats nahmen daran rund 18.800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil. Aus den veröffentlichten Zahlen geht nicht hervor, ob Mehrfachteilnahmen einzelner Personen enthalten sind.

Rund 120 Veranstaltungen befassten sich mit Künstlicher Intelligenz. Die Themen reichten von technischen Grundlagen und dem Einsatz im Unterricht bis zu gesellschaftlichen Fragen. Damit reagiert das Land auf eine Entwicklung, die Schulen bereits unmittelbar betrifft. Text- und Bildgeneratoren können bei Recherche, Unterrichtsvorbereitung und individueller Förderung helfen. Gleichzeitig stellen sie Lehrkräfte vor neue Fragen bei Leistungsbewertung, Quellenkritik, Urheberrecht und Datenschutz.

Für Schülerinnen und Schüler wird es zunehmend wichtig, Ergebnisse von KI-Systemen prüfen und einordnen zu können. Solche Anwendungen können fehlerhafte Angaben erzeugen, gesellschaftliche Vorurteile aus Trainingsdaten übernehmen oder Quellen nur unzureichend kenntlich machen. Digitale Kompetenz bedeutet daher nicht nur, Programme bedienen zu können. Sie umfasst auch die Fähigkeit, Informationen kritisch zu bewerten, persönliche Daten zu schützen und automatisierte Entscheidungen zu hinterfragen.

Mehr IT-Support für den Schulalltag

Berlin hat nach Angaben der Bildungsverwaltung auch den IT-Support für Schulen erweitert. Pädagogische Beschäftigte erhalten Unterstützung bei Fragen zu mobilen Endgeräten und zum Berliner Schulportal. Dieser Bereich ist für den praktischen Nutzen der Investitionen zentral: Defekte Geräte, fehlende Zugriffsrechte oder instabile Netzwerke können Unterricht kurzfristig beeinträchtigen und zusätzliche Arbeit verursachen.

Ein verlässlicher Support entlastet Lehrkräfte, die technische Probleme andernfalls neben ihren pädagogischen Aufgaben lösen müssten. Entscheidend wird sein, ob Hilfe an allen Standorten schnell genug verfügbar ist und ob Zuständigkeiten zwischen Schule, Bezirk, Bildungsverwaltung und externen Dienstleistern klar geregelt sind. Gerade bei einer großen und heterogenen Schullandschaft kann die dauerhafte Wartung anspruchsvoller sein als der einmalige Aufbau der Infrastruktur.

Schulverwaltung soll moderner und barrierefreier werden

Die Digitalisierung betrifft nicht nur den Unterricht. Auch zentrale Verwaltungsverfahren werden weiterentwickelt. Dazu gehört die Berliner Lehrkräfte-Unterricht-Schul-Datenbank, kurz LUSD. Sie begleitet die schulische Laufbahn von der Einschulung bis zum Verlassen der Schule und soll schrittweise moderner, nutzerfreundlicher und barrierefreier werden.

Gut funktionierende Verwaltungssoftware kann Beschäftigte von wiederkehrenden Aufgaben entlasten und die Mehrfacherfassung von Daten reduzieren. Davon können mittelbar auch Familien profitieren, etwa wenn Schulwechsel, Laufbahndaten oder Bescheinigungen effizienter bearbeitet werden. Gleichzeitig verarbeitet eine solche Datenbank besonders sensible Informationen. Hohe Anforderungen an Zugriffsschutz, Datensparsamkeit und transparente Berechtigungen sind deshalb unverzichtbar.

Die angekündigte Verbesserung der Barrierefreiheit ist ebenfalls bedeutsam. Digitale Verwaltungsangebote müssen für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen zugänglich sein. Dazu gehören beispielsweise die Bedienbarkeit per Tastatur, die Unterstützung von Vorlesesoftware, verständliche Navigation und ausreichende Kontraste.

DigitalPakt Schule nahezu vollständig umgesetzt

Ein großer Teil des Ausbaus wurde über den DigitalPakt Schule finanziert. Berlin standen aus dem Basisprogramm rund 256,9 Millionen Euro zur Verfügung. Davon waren zum Zeitpunkt des Berichts 99,8 Prozent gebunden. 97,5 Prozent der Mittel waren bereits abgeflossen. Ein erheblicher Anteil wurde für die digitale Infrastruktur der öffentlichen Schulen verwendet.

Die hohe Mittelbindung zeigt, dass Berlin die verfügbaren Gelder nahezu vollständig Projekten zugeordnet hat. Der etwas geringere Mittelabfluss bedeutet, dass noch nicht alle gebundenen Beträge abschließend ausgezahlt worden sind. Das kann etwa daran liegen, dass Maßnahmen noch abgerechnet oder fertiggestellt werden müssen.

Mit dem Ende zeitlich begrenzter Förderprogramme rückt die dauerhafte Finanzierung stärker in den Vordergrund. Netzwerke, Server, Tablets und andere Geräte müssen gewartet, ersetzt und an neue Sicherheitsstandards angepasst werden. Hinzu kommen laufende Kosten für Lizenzen, Support und Fortbildungen. Für die Berliner Schulpolitik besteht die nächste Aufgabe daher nicht nur darin, den erreichten Stand zu sichern, sondern langfristig verlässliche Betriebs- und Erneuerungsmodelle zu schaffen.

Was der Ausbau für Berlin bedeutet

Für die Stadt ist der flächendeckende Gigabitanschluss ein wichtiger Schritt zu vergleichbaren Bildungsbedingungen. Schülerinnen und Schüler sollen unabhängig vom Wohnbezirk Zugang zu digitalen Lernangeboten erhalten. Das kann besonders für Familien bedeutsam sein, die zu Hause nur eingeschränkt über Geräte, Software oder eine leistungsfähige Internetverbindung verfügen.

Schulen können soziale Unterschiede allerdings nur teilweise ausgleichen. Neben der Infrastruktur am Schulstandort bleibt relevant, ob Kinder und Jugendliche außerhalb der Unterrichtszeit geeignete Geräte, einen ruhigen Arbeitsplatz und Unterstützung besitzen. Auch bei der Ausstattung mit mobilen Endgeräten, der Medienkompetenz und der konkreten Nutzung digitaler Angebote können Unterschiede zwischen Schulen fortbestehen.

Der Bericht markiert deshalb weniger den Abschluss der Schuldigitalisierung als den Übergang in eine neue Phase. Die Internetleitungen sind vorhanden, nun kommt es auf deren verlässliche Nutzung an. Dazu gehören funktionierende Netze innerhalb der Gebäude, ausreichend Geräte, dauerhaft finanzierter Support, qualifizierte Beschäftigte sowie pädagogische Konzepte, die digitale Werkzeuge gezielt einsetzen. Für Berlins Bewohnerinnen und Bewohner wird der Erfolg letztlich nicht an der Anschlussgeschwindigkeit allein erkennbar sein, sondern daran, ob Unterricht, Kommunikation und Verwaltung im Alltag tatsächlich besser funktionieren.