Emirates darf Berlin mit Dubai verbinden

A striking image of an Emirates Boeing 777 soaring through a clear blue sky, wings extended.
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Der Flughafen Berlin-Brandenburg kann künftig eine direkte Emirates-Verbindung nach Dubai erhalten. Die Bundesregierung hat der Fluggesellschaft zusätzliche Verkehrsrechte für den BER eingeräumt. Damit ist eine wesentliche politische und luftverkehrsrechtliche Voraussetzung erfüllt, um Berlin an das internationale Emirates-Drehkreuz anzubinden. Wann die Strecke startet, wie häufig sie bedient wird und welches Flugzeug zum Einsatz kommt, ist bislang allerdings nicht bekannt.

Der Berliner Senat hatte sich seit Jahren für entsprechende Verkehrsrechte eingesetzt. Mobilitätssenatorin Ute Bonde bezeichnet die mögliche Direktverbindung als Standortvorteil für die Hauptstadtregion. Sie erwartet vor allem kürzere Reisezeiten zu Zielen in Asien, Afrika und Ozeanien sowie Vorteile für Tourismus, Wirtschaft, Wissenschaft, Kongresse und Messen.

Verkehrsrechte machen die Strecke erst möglich

Die Entscheidung des Bundes bedeutet noch nicht, dass die Flüge bereits buchbar sind. Emirates muss die Verbindung zunächst konkret in den Flugplan aufnehmen, Starttermin und Frequenz festlegen sowie die erforderlichen betrieblichen Abstimmungen mit dem Flughafen vornehmen. Angaben zu Flugzeiten, Ticketpreisen oder zur Zahl der wöchentlichen Verbindungen liegen bisher nicht vor.

Dennoch ist die Vergabe der zusätzlichen Rechte von erheblicher Bedeutung. Internationale Fluggesellschaften können deutsche Flughäfen nicht in jedem Fall allein nach wirtschaftlichen Kriterien auswählen. Grundlage sind auch bilaterale Luftverkehrsabkommen und die darin vereinbarten Verkehrsrechte. Emirates bedient in Deutschland bereits mehrere große Flughäfen. Berlin war trotz seiner politischen, touristischen und wirtschaftlichen Bedeutung bislang nicht Teil des deutschen Streckennetzes der Airline.

Dubai öffnet zahlreiche Umsteigeverbindungen

Der besondere Wert der Route liegt weniger allein im Ziel Dubai als in der Funktion des dortigen Flughafens als globales Drehkreuz. Von Dubai aus bietet Emirates zahlreiche Anschlüsse nach Süd- und Südostasien, in Teile Afrikas sowie nach Australien und Neuseeland an. Reisende aus Berlin und Brandenburg könnten viele dieser Ziele künftig mit nur einem Umstieg erreichen.

Das kann insbesondere bei Verbindungen interessant sein, die von Berlin bislang über Frankfurt am Main, München, London, Paris, Amsterdam, Istanbul oder andere europäische und internationale Drehkreuze führen. Der Zubringer innerhalb Europas könnte bei einer Reise über Dubai entfallen. Ob sich die Gesamtreisezeit tatsächlich verkürzt, hängt jedoch vom jeweiligen Ziel, den Anschlusszeiten und dem konkreten Flugplan ab.

Für Berlinerinnen und Berliner mit familiären oder beruflichen Beziehungen nach Asien, Afrika und Ozeanien erweitert die Strecke die Auswahl. Zugleich dürfte zusätzlicher Wettbewerb auf einzelnen Umsteigeverbindungen entstehen. Daraus lassen sich jedoch keine allgemein niedrigeren Flugpreise ableiten, da diese von Nachfrage, Saison, Buchungszeitpunkt und Kapazität abhängen.

Vorteile für Tourismus, Messen und Unternehmen

Berlin ist stark vom internationalen Städte- und Kulturtourismus geprägt. Eine direkte Verbindung nach Dubai kann die Hauptstadt für Reisende aus der Golfregion und aus Märkten attraktiv machen, die über das Emirates-Netz erreichbar sind. Davon könnten Hotels, Gastronomie, Einzelhandel, Kulturveranstalter und touristische Dienstleister profitieren.

Auch für die Messe- und Kongresswirtschaft ist eine größere internationale Erreichbarkeit wichtig. Veranstaltungen lassen sich leichter vermarkten, wenn Teilnehmer ohne zusätzlichen Umstieg an einem deutschen oder europäischen Flughafen nach Berlin gelangen können. Ähnliches gilt für Unternehmensansiedlungen und internationale Investitionen: Eine Flugverbindung ersetzt zwar keine guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, kann bei Standortentscheidungen aber ein zusätzlicher Faktor sein.

Für Wissenschaft und Forschung könnte die Strecke ebenfalls relevant werden. Berliner Hochschulen und Institute arbeiten mit Partnern auf mehreren Kontinenten zusammen. Ein größerer Zugang zum Streckennetz über Dubai kann Dienstreisen und internationale Kooperationen erleichtern. Der Nutzen hängt auch hier davon ab, ob Flugtage und Anschlusszeiten zu den Bedürfnissen der Reisenden passen.

BER stärkt sein im Vergleich kleines Langstreckennetz

Der BER verfügt gemessen an der Größe und internationalen Bedeutung Berlins weiterhin über ein begrenztes Langstreckenangebot. Viele Fernreisen beginnen deshalb mit einem Umstieg an einem anderen Flughafen. Jede zusätzliche Interkontinentalverbindung stärkt die Rolle des BER und verringert die Abhängigkeit von anderen Drehkreuzen.

Die Einordnung der Senatsverwaltung, der BER erhalte erstmals eine direkte Langstreckenverbindung in den Nahen Osten, ist allerdings erklärungsbedürftig. Berlin verfügt bereits über eine Nonstopverbindung nach Doha in Katar. Neu wäre vor allem die direkte Emirates-Anbindung an Dubai und damit an das umfangreiche Streckennetz der Fluggesellschaft. Für die Bewertung des Angebots sind daher nicht nur die geografische Region, sondern vor allem Reichweite, Frequenz und Qualität der Anschlüsse entscheidend.

Ob die Dubai-Strecke den BER dauerhaft als internationalen Verkehrsknotenpunkt stärkt, wird sich erst im Betrieb zeigen. Entscheidend sind eine verlässliche Auslastung, stabile Flugpläne und wirtschaftlich tragfähige Bedingungen. Eine einzelne neue Route macht den BER noch nicht zu einem globalen Drehkreuz, sie kann das internationale Profil des Hauptstadtflughafens aber sichtbar erweitern.

Mehr Flugverkehr berührt Klima- und Lärmschutz

Mit einer zusätzlichen Langstreckenverbindung sind nicht nur wirtschaftliche Chancen verbunden. Langstreckenflüge verursachen erhebliche Treibhausgasemissionen, die wegen weiterer Klimaeffekte des Luftverkehrs über die reine Kohlendioxidbilanz hinausgehen. Falls die Verbindung zusätzliche Nachfrage erzeugt, steigt die Klimabelastung. Wenn sie dagegen Umwege und europäische Zubringerflüge ersetzt, kann sich die Bilanz einzelner Reisen verbessern. Klimaneutral wird eine Flugreise dadurch nicht.

Auch die Auswirkungen auf das Flughafenumfeld hängen vom noch unbekannten Flugplan ab. Zusätzliche Starts und Landungen können die Lärmbelastung beeinflussen, insbesondere zu sensiblen Tagesrandzeiten. Relevant werden deshalb die geplanten Ankunfts- und Abflugzeiten sowie der eingesetzte Flugzeugtyp. Diese Angaben stehen noch aus.

Für Berlin ergibt sich daraus ein Zielkonflikt: Die Stadt möchte international besser erreichbar sein und zugleich ihre Klima- und Umweltziele verfolgen. Eine sachliche Bewertung der neuen Strecke muss beide Seiten berücksichtigen. Dazu gehören wirtschaftliche Effekte ebenso wie Emissionen, Fluglärm und die Frage, wie der BER möglichst gut mit Bahn und öffentlichem Nahverkehr erreichbar bleibt.

Konkreter Flugplan bleibt abzuwarten

Die zusätzlichen Verkehrsrechte sind ein politischer Erfolg für den Berliner Senat und eine wichtige Voraussetzung für die Direktverbindung. Für Reisende ändert sich zunächst jedoch noch nichts. Erst wenn Emirates einen Starttermin, die Anzahl der Flüge und buchbare Verbindungen veröffentlicht, lässt sich der praktische Nutzen genauer beurteilen.

Für die Hauptstadtregion eröffnet die Entscheidung die Aussicht auf bessere Verbindungen zu zahlreichen außereuropäischen Zielen. Vor allem die Anbindung an das Drehkreuz Dubai kann Berlin im internationalen Wettbewerb stärken. Wie groß der Effekt für Bewohner, Unternehmen und Besucher tatsächlich ausfällt, hängt nun von der konkreten Umsetzung durch die Fluggesellschaft ab.