Bernhard-Lichtenberg-Straße

Postleitzahlen für Bernhard-Lichtenberg-Straße 1-23 Ortsteile für Bernhard-Lichtenberg-Straße 1-23
10407 Prenzlauer Berg

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Allgemeines zu Bernhard-Lichtenberg-Straße
Postleitzahl10407
OrtsteilPrenzlauer Berg
ÖPNV Zone A Tram M4, M10 — Bus 200 — S‑Bahn 41, 42, 8, 85, 9 Greifswalder Str
Straßenverlauf von Greifswalder Straße bis Bötzowstraße
Falk‑Stadtplan Planquadrat J 19
Geschichte von Bernhard-Lichtenberg-Straße
Ehemaliger BezirkPrenzlauer Berg
Alte Namen Rastenburger Straße (1911-1974)
Name seit 4.9.1974

Lichtenberg, Bernhard, * 3.12.1875 Ohlau (Schlesien), + 5.11.1943 Hof (Bayern), Theologe, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime.

Lichtenberg, Bernhard, * 3.12.1875 Ohlau (Schlesien), † 5.11.1943 Hof (Bayern), Theologe, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime.Nach Theologiestudium in Innsbruck und Breslau erhielt Lichtenberg 1899 die Priesterweihe. 1900 wurde er als katholischer Pfarrer an die St.-Mauritius-Gemeinde nach Berlin-Lichtenberg berufen. Ab 1913 wirkte Lichtenberg als Pfarrer in Charlottenburg, wo er am 27.10.1920 als Abgeordneter der Zentrumspartei in die Stadtverordnetenversammlung kooptiert wurde. Ab 1932 war Lichtenberg Dompfarrer an der St.-Hedwigs-Kathedrale. Er gehörte dem Vorstand des Friedensbundes Deutscher Katholiken an. Lichtenberg predigte von der Kanzel engagiert und konsequent gegen den Faschismus und überreichte Göring 1935 eine Anklageschrift zu den Mordtaten, die im KZ Esterwegen begangen worden waren. Lichtenberg leitete ab Herbst 1938, beauftragt durch den späteren Kardinal Johann Konrad von Preysing-Lichtenegg-Moos, das Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat, wodurch es gelang, viele aus rassischen Gründen verfolgte Mitbürger zu retten. Zahlreiche Menschen jüdischer Herkunft konnten durch ihn in das rettende Ausland gelangen. Ab Februar 1938 war Lichtenberg Dompropst in Berlin. Nach der Pogromnacht vom November 1938 betete er während des abendlichen Gottesdienstes in der Kathedrale für die verfolgten Juden. 1941 protestierte er offiziell gegen die Euthanasieverbrechen des NS-Regimes. Lichtenberg wurde am 23.10.1943 verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Während der Haft hatte er den Antrag gestellt, als Seelsorger im jüdischen Ghetto Litzmannstadt (heute Lodz, Polen) wirken zu dürfen. Die Behörden lehnten ab. Am Tag der Entlassung, am 23.10.1943, wurde der bereits schwerkranke Lichtenberg erneut festgenommen. Die Gestapo hatte befohlen, dass er in das Konzentrationslager Dachau überführt werden sollte. Auf dem Transport dorthin – im Stadtkrankenhaus Hof – verstarb er als Häftling. 1996 wurde er vom Papst seliggesprochen. 1999 verlieh ihm der Staat Israel postum durch die Gedenkstätte Yad Vashem den Titel "Gerechter unter den Völkern".

Örtliche Zuständigkeiten für Bernhard-Lichtenberg-Straße
ArbeitsagenturPankow
JobcenterPankow
AmtsgerichtMitte
GrundbuchamtMitte
FamiliengerichtPankow/Weißensee
FinanzamtPrenzlauer Berg
PolizeiabschnittA 16
VerwaltungsbezirkPankow